Die Gruga und die Imker

Vom 29. Juni bis zum 13. Oktober 1929 fand in Essen die „Große Ruhrländische Gartenbau-Ausstellung“, abgekürzt „GRUGA“,  statt.  Zur Ausstellung gehörte auch der Teil „Biene und Pflanze“. Leiter dieser Abteilung war der Konrektor Baum aus Köln-Volkhoven, Aussteller war der Deutsche Imkerbund, der seinen Sitz in Weinberg in Württemberg hatte. Der Konrektor Baum aus Köln-Volkhoven hatte während der Ausstellung Unterstützung. Der Vorsitzende des Bienenzuchtvereins Borbeck Peter Schneider schrieb in seinem Jahresbericht vom 11. Dezember 1929: „Der Verein betreute durch seinen Vorsitzenden die Bienenvölker auf der ‚Gruga‘, die Eigentum eines Mitgliedes des Vereins wurden.“ Vom 26. April bis zum 7. Oktober 1938 fand die 2. Reichsausstellung des Deutschen Gartenbaus, auch Reichsgartenschau, in Essen auf dem etwas erweiterten Grugagelände statt. Die erste war 1936 in Dresden, die dritte 1939 in Stuttgart. Eine Lehrdarstellung der Essener Reichsgartenschau von 1938 hatte zum Thema: „Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Imkerei“. „Ausstellungstiere und Geräte“ stellten zur Verfügung die „Landesfachgruppe Imker Rheinland in Essen-Steele“ und die „Staatlich anerkannte Lehr- und Versuchsanstalt für Bienenzucht“ in Mayen. Nach den großen Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Gruga nach und nach wieder aufgebaut. Vom Mai bis zum Oktober 1952 kam es zur 2. Großen Ruhrländischen Gartenbauausstellung. Die Reichsgartenschau von 1938 wurde dabei offensichtlich nicht mitgezählt. Bei der Wiedereröffnung am 10. Mai waren die Borbecker Imker Herr … Rau,  Herr Rudolf Kinder und Herr Helmut Schumann am Lehrbienenstand. Sie waren, wie Jürgen Fechner so schön sagt „Männer der ersten Stunde“. Im amtlichen Katalog findet sich die Beschreibung: „Bienen-Lehrgarten mit Bienenstand. Neuzeitliche Bienengeräte und Bienenkulturpflanzen.“ In dem dazugehörigen Plan ist der „Bienen-Lehrgarten“ eingezeichnet. Er befindet sich in der Nähe vom Külshammerweg. Als Veranstalter treten auf: Imkerverband Rheinland, Kreisimkerverband im Imkerverband Rheinland-Ruhrgroßstädte und die Interessengemeinschaft Essener Imker. Die Reichsgartenschauen mit den wechselnden Standorten waren wohl gar nicht so dumm gewesen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Bundesgartenschauen abgehalten. Die 8. Bundesgartenschau fand in der Gruga statt. Bei dieser Gelegenheit wurde ein Bienen-Lehrstand, vom Hochbauamt der Stadt Essen aufgestellt. Dazu heißt es: „Es gibt im Stadtgebiet 145 Imker mit etwa 1300 Bienenvölkern.“ Außerdem wurde berichtet: „In dem Lehrstand, betreut durch einen Imkermeister der Landwirtschaftskammer Rheinland in Bonn, werden alljähr1ich Kurse für angehende Bienenväter durchgeführt.“ In dem 1997 veröffentlichen Buch „Die Gruga“ schrieb Astrid Schroer: „Seit 1965 betreibt der Essener Kreis-Imkerverband seinen Lehrbienenstand nahe dem Stenshofturm.“ Das ist nicht ganz richtig, denn auch zwischen 1952 und 1965 waren die Imker aus Borbeck und Umgebung dort aktiv.
Die Essener Imker sind auch regelmäßig auf der Essener Messe „Haus und Garten“ mit einem Imkerstand vertreten. Unter der Überschrift „Essen erntet“ findet Anfang Oktober  in der Gruga eine Art Erntedankfest statt mit Beteiligung der Essener Imker. Ebenfalls beim „kleinen Adventsmarkt“ um Nikolaus herum sind sie vertreten.


Diese Angaben nach: Amtlicher Führer Gruga Essen 1929. 88 S., S. 59. (Signatur HdEG: Ya 94)

Stadtarchiv Essen Rep. 102, VII, 234 „Bienenzucht“ 1911-1948.

Reichsgartenschau Essen 1938. 2. Reichsausstellung des deutschen Gartenbaues, veranstaltet vom Reichsnährstand und der Stadt Essen. Amtlicher Führer. Essen 1938, 128 S,S. 95-96. (Signatur HdEG: Ye 81)

Gruga 1952. Große Ruhrländische Gartenbau-Ausstellung. Amtlicher Katalog. Essen 1952. 104 S., S. 16.

Ebenda S. 32.

Ebenda S. 33 und 35.

Bundesgartenschau 1965 Essen. Katalog. Essen 1965. 198 S., S. 83.

Ebenda S. 103.

Astrid Schroer: Die Gruga. Essen 1997, S. 36 mit Foto auf S. 37.