Ein Bärendienst

Schon lange bevor die Menschen in Borbeck als Bauern sesshaft wurden, streiften sie als Nomaden hier durch. Hier wird erzählt, wie sie auf den Honiggeschmack kamen: Einige Tausend Jahre durchstreiften die Menschen als Sammler und Jäger diese Wälder. Sie lebten von dem, was der Wald an Nahrung hergab, Wild, Beeren und Pflanzen.  Wegen ihrer primitiven Jagdwaffen waren viele ihrer Jagdausflüge erfolglos. Als die Jäger wieder einmal das Gebiet zwischen Emscher und Berne durchstreiften, sahen sie in der Ferne, wie sich ein Bär an einem umgestürzten Baum zu schaffen machte. Mit seinen mächtigen Pranken riss er Stücke von morschem Holz aus dem Stamm. Unter Ausnutzung der natürlichen Deckung schlichen  sich die Jäger immer näher an den Bären heran. Dieser war so mit seiner Nahrungssuche beschäftigt, dass er das Herannahen seiner Gegner nicht bemerkte. Mit mehreren gezielten Speerwürfen erlegten sie den Bären, warteten aber vorsichtshalber noch eine Weile, bis sie sicher sein konnten, dass die Beute nicht mehr gefährlich werden konnte. Sie  sahen, dass das erlegte Tier von Tausenden  von anderen Tieren umflogen wurde. Allmählich ließen sie von dem bewegungslosen Tier ab. Vorsichtig schlichen sie nach geraumer Zeit zu ihrem erjagten Tier. Es roch so ganz anders als die Bären, die sie schon früher erlegt hatten. Um diesen Bären lagen helle Stücke, die den unbekannten Geruch abgaben. Als die letzen Flugtiere verschwunden waren, nahmen die Jäger einige der unbekannten hellen Stücke auf und rochen daran. Diese rochen so gut, dass sie sie probierten und entschieden , dass  sie auch essbar sind. Sie sammelten die restlichen Bruchstücke auf und transportierten sie samt Jagdbeute  in ihr Lager. Seit diesem erfolgreichen Jagdtag wussten sie, dass, was die Flugtiere in ihrem Nest hatten, sehr gut schmeckte. Von nun an plünderten sie die Nester regelmäßig.
Dadurch, dass der Bär die Jagdmeute unfreiwillig auf eine neue Nahrungsquelle aufmerksam machte, hat er ihr einen Bärendienst erwiesen.