Die Essener Heberolle

Die Heberollen waren im Mittelalter Pergamentrollen, auf denen die Abgaben der Bürger  an die Obrigkeit erfasst wurden. Diese Steuern wurden auch in Naturalien  entrichtet, das konnten Tiere, Getreide, Rüben, Kartoffeln oder Honig und Wachs sein.
In der Brauamtsheberolle von 869 wird erwähnt, welche Amts-oder Oberhöfe  an das Stift Essen Abgaben zu entrichten haben. Hier wird Borbeck in Form von „borthbeki“ erstmals erwähnt.
Die Abgaben bestanden u.a. aus Honig und Wachs. In der Heberolle war für jeden zinspflichtigen Oberhof festgelegt, wie hoch seine Abgaben sind.Da der Text in altsächsischer Sprache niedergeschrieben wurde, ist er nur schwer verständlich. In seinem Buch „Zwischen Schloss und Schloten“ hat Andreas Koerner eine Übersetzung des Originaltextes veröffentlicht, demnach hatten die Bürger Borbecks zum Feste unserer Herren zehn Eimer Honig,zu Pfingsten siebzehn halbe Eimer Honig und achtzig Becher und vier Krüge zu entrichten.
Die Heberolle liefert den Beweis, dass nicht erst im Mittelalter, sondern schon viel früher Bienen in Borbeck gehalten wurden. Natürlich war es kein Imkern, wie wir es heute kennen, aber Honig und Wachs haben die damaligen Bienenhalter auch ernten können.