Bienen in der Lipperheide

Östlich von Frintrop, in den Borbecker Bauerschaften Lirich und Lippern dehnte sich die Lipperheide aus. Sie war von Bienen bevölkert, wie die Zeitung berichtete:    
1855, 12. September Schmuck der Gärten schwindet, dann entfaltet die Haide, welche sonst nur ein Bild der Öde und der Unfruchtbarkeit darbietet, ihre Schönheit und Lieblichkeit . Sie breitet einen kostbaren Teppich aus, bildet ein Blüthenmeer , gewährt  Aus der Lipperheide, Bürgermeisterei Borbeck: Die Haide blüht! Wenn Felder und Wiesen leer  werden, das grün der Felder welket und selbst der den Bienen süße Labe und schaffet sobald der tötliche Winter nahet, den kleinen Vögeln, welche bei uns verbleiben, unerschöpflichen Vorrath. Die Bienenväter benutzen die Blüthenzeitder Haide garwohl; sie bringen ihre Körbe auf einige Wochen in die Nähe derselben und nun ertönt die Haide von fröhlichem Summen und Schwirren und zeigt ein reges Leben und Treiben der Bienen. Denn wie der rüstige Fischer mit seinem Kahne die Wasserwüste durchschneidet und nach glücklichem Fang mit der reichen Beute unter munterem Ruderschlage und heiterem Gesang zum Lande eilet, um den Segen in Sicherheit zu bringen, so durchfliegt das emsige Bienchen seinen Honig sammelnd, die weite Haide und kehrt mit eiligem Fluge und mit fröhlichem Summen ins Kunstreiche Haus. Auch Würmchen und Käfer ohne Zahl und Namen, erfreuen sich des Blüthenreichthums der Haide. Sie kriechen und fliegen von Blume zu Blume, scherzen und tändeln, spinnen und weben, jagen und erhaschen, treiben heitere Spiele, ergözen sich bei munterem Tanze und sind voller Lust und Fröhlichkeit. Die Haide ist schön und wer sie nicht besuchet und das Leben ihrer kleinen Bewohner nicht beachtet, hat die Reize des Sommers nicht ganz genossen.
Damit die Kinder der Lipperheide nicht Haiden blieben, wurde dort Religionsunterricht erteilt:  „Nachweislich noch in den 50er Jahren kamen Kinder und Erwachsene von Frintrop mit denen von Lippern und Lirich am Lipperhaidebaum jeden Sonntag nachmittag in einem Eichenbusche des Gutes Bermen dort, wo heute die ersten Häuser links der Straße auf Frintrops Gebiet stehen, zum Religionsunterricht zusammen. Man nannte dies die Kinderlehre am Lipperhaidebaum. Inmitten des Busches stand eine mächtige Eiche, die ihre knorrigen belaubten Aeste wie ein mächtiges Laubdach über die stille Zuhörerschar ausbreitete. Ein Vikar aus Borbeck erteilte hier im stillen Gebüsch, um das sich weithin, besonders nach Westen und Süden die öde, von Bienen bevölkerte Lipperhaide lagerte, in den Sommermonaten Unterricht. Die Verpflichtung zur Erteilung dieses Unterrichts soll einer der Vikare aus Borbeck noch heute in seiner Berufungsurkunde erhalten. Wenn auch der Weg zum Sammelplatz durch die sandige Heide in der Sommerhitze für manchen zweifellos beschwerlich war, so kamen sie doch zahlreich und gern zusammen. Nach dem Unterricht wurde dann der Geistliche sowie der erste Lehrer von Oberhausen, Heinrich Uhlenbroich und der Lehrer von Frintrop bei einer Familie zu Kaffee geladen. Wir sahen aus alldem, dass vor 50 Jahren Oberhausen und Frintrop in Bezug auf Schulangelegenheit zusammengehörten.“