Anträge auf Förderung

Da die Vereinsunterlagen vor 1949 nicht mehr vorhanden sind, muß man an anderen Stellen suchen, um etwas über die Geschichte des Vereins vor diesem Datum zu erfahren. Eine interessante Quelle ist eine städtische Akte, die im Stadtarchiv aufbewahrt wird. In dieser Akte hat sich der Antrag des damaligen Vereinsvorsitzenden Peter Schneider vom 23. April 1927 auf Unterstützung erhalten. In diesem Antrag hebt Schneider die Bedeutung der Bienen für die Obsternte hervor und bittet um Unterstützung „mindestens in der Höhe, wie sie bereitwilligst den Kaninchen- und Ziegenzucht- und anderen Vereinen gegeben wird“. Er schreibt auch: „Infolge dieser Zustände ist die Bienenzucht in dem letzten Jahrzehnt in Deutschland von 2 auf 1 ½ Millionen in der Rheinprovinz von 140 000 auf 78 000 Bienenvölker, in unserem Stadtgebiet von 3 blühenden Bienenzuchtvereinen auf den einen von Essen-Borbeck, der schon 26 Jahre besteht, zurückgegangen, was zu schwersten Bedenken Anlaß gibt.“ Aus dieser Bemerkung ergab sich ein erster Hinweis auf das Alter des Borbecker Imkervereins. Der Vorsitzende hatte dem städtischen Gartenamt ein Mitgliederverzeichnis von 1927 und einen Jahresbericht vom selben Jahr zugeschickt. Dem Verein wurden 50 DM bewilligt. Es folgen weitere Anträge. 1929 wurden auch von den Imkervereinen Kupferdreh und Werden Anträge gestellt. Mit dem Datum vom 22. Oktober 1933 wird berichtet, wie ein dreister Versuch einer "Gleichschaltung" abgewehrt wird. Am 26. August (Jahr???) wird gemeldet: „Für den zu unserem Kreisverband gehörenden Stadtbezirk Essen haben wir als Seuchensachverständige die Herren Lehrer Joh. Fasen, Essen Frintrop, Frintroper Str. 196, und J. Kaufmann, Essen-Werden, Haus Steinbeck vorgesehen.“ Vom Lehrer Ernst Johannes Fasen hat sich im Stadtarchiv eine Personalakte erhalten. Der am 7. April 1890 in Kempen im Niederrhein geborene katholische Lehrer trat am 11. Juli 1912 an der katholischen Schule Borbeck III (Möllhovenschule) in den Schuldienst ein. Schon am 19. September 1912 wechselte er zur katholischen Schule Dellwig III, um ab 1914 in der katholischen Schule Frintrop I (Altfriedschule) zu unterrichten. Am 1. April 1955 wurde er pensioniert. Von dem damaligen Vorsitzenden Peter Schneider hat sich leider keine Personalakte erhalten. Nach der Meldekartei war er am 22. August 1864 in Rheinbach geboren und ebenfalls katholisch. Er wohnte zunächst in der Reichsstaße 1. Am 3. Mai 1933 zog er in die Gerichtstraße 16. Er starb am 7. November 1940. Als der Konrektor Peter Schneider den Antrag stellte, war er bereits im Ruhestand. Leider ist nicht bekannt, an welcher Schule er unterrichtet hatte.