RICHTIGEKENNZEICHNUNG VON HONIGGLÄSERN


RICHTIGEKENNZEICHNUNG VON HONIGGLÄSERN
NACH DER NEUEN EU LEBENSMITTELINFORMATIONSVERORDNUNG ( LMIVO)


Die am 13.11.2014 in Kraft getretene Lebensmittelinformationsverordnung ( LMIV) löst
die bisherige europäische Etikettierungsrichtlinie, die deutsche Kennzeichnungsverordnung,
sowie die europäische und die deutsche Nährwertkennzeichnungsverordnung ab. Ziel der
LMIV ist es, Verbraucher über den Inhalt von Verpackungen zu informieren, um sie vor
Täuschung und Gesundheitsgefährdungen zu schützen.
Die deutsche Honigverordnung (HonigV) ist von den Änderungen nicht betroffen. Sie
enthält z.B. die Regeln für die Verkehrsbezeichnungen von Honig und gilt als nähere
Ausführung der LMIV vollumfänglich weit
er.

 

Was muss auf dem Honigetikett stehen?
Pflichtangaben bei der Kennzeichnung von Honig

Angaben Anmerkungen
Verkehrsbezeichnung*1) z.B. Honig, Blütenhonig, Waldhonig,.....

Name und postalische Anschrift des Imkers

 
Nettofüllmenge*1) Bei Verpackungen mit einer Nettofüllmenge von 200 - 1000 g muss die Schriftgröße mindestens 4 mm betragn (s. dt. Fertigpackungsverordnung)
Ursprungsland z.B. Deutschland
Mindesthaltbarkeitsdatum Hierzu gibt es festgelegte Formulierungen, z.B. bei taggenauem Datum "mindestens haltbar bis ..."
Loskennzeichnung Chargennummer. Bei taggenauem Mindeshalthaltbarkeitsdatum kann die Loskennzeichnung entfallen (s. Loskennzeichnungsverordnung, LKV)
   
Anweisung für die Aufbewahrung 2) Empfohlener Wortlaut: Trocken, dunkel und vor Wärme geschützt lagern. Oder:"Lagerung: trocken, kühl, dunkel
Mindestschriftgröße für alle Pflichtangaben: 1,2 mm, gemessen am Kleinbuchstaben "x".2) Gilt für alle Pflichtangaben. Ausnahme: für Kleinverpackungen mit weniger als 80 cm2 (Gesammt-) Oberfläche Mindestschriftgröße 0,9 mm.
Nährwertdeklaration (ab 13.12.2016) Bei Honig nicht erforderlich (s.Art. 16(3) und Anhang 5 Nr. 1 und 19) LMIVO
Zutatenverzeichnis Bei Honig nicht erforderlich (s. Art. 19(1e) LMIVO)
Zutaten oder Stoffe, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen können

Bei Honig nicht erforderlich (s. Anhang 2 LMIVO)

1) Angaben mit * müssen im gleichen Sichtfeld ein.

2) Übergangsbestimmungen: Lebensmittel (hier: Honiggäser), die vor dem 13.12.2014 in Vekehr gebracht oder gekennzeichnet wurden, die den Anforderungen der LMIVO jedoch nicht entsprechen, dürfen weiterhin vermarktet werden, bis die jeweiligen Bestände erschöpft sind (Art. 54 LIMV).

3) Die Angabe zur Aufbewahrung ist zwar keine Pflicht, aber auf jeden Fall zu empfehlen. Der seit Dezember 2010 zu beziehende D.I.B.-Gewährverschluss verfügt bereits über alle o.g. verpflichtende Angaben und Vorschriften.

 

Weitere Empfehung

Zusätzlich ist der aufdruck "Mehrwegglas" oder "Pfandglas" zu empfehlen. Damit wird kenntlich gemacht, dass das Honigglas als Fertigpackung nicht den Pflichten der Verpackungsverordnung (VerpackV) unterliegt (d.h. es sind keine Lizenentgelte für z. B. den "grüner Punkt" zu leisten).

 

Was darf nicht auf dem Honigetikett stehen ?

Hierzu heißt es in Art.7 LMIVO unter Lauterkeit der Informationspraxis:"Informationen über Lebensmittel dürfen nicht irreführend sein".

Dies heißt u.a.:

  • Keine Werbung mit Selbstverständlichkeitn wie "wabenecht" oder "kalt geschleudert" usw.(s. Leitsätze für Honig). Auch Begriffe wie "Naturprodukt , Naturhonig , natürlich , naturbelassen , nicht gefiltert" können zu Beanstandungen der Kennzeichnung führen.
  • Keine Täuschung. Hierzu zählen z.B. falsche oder irreführende Angaben, wie falsche Sortenbezeichnen oder "mit wertvollen Vitaminn" (s. §11 Lebensmittel- Bedarfsgegenstände und Futtermittelgesetzbuch, LFGB
  • Keine Werbung mit krankheits- bzw. gesundheitsbezogenen Angaben wie z.B. "Honig hat Heilwirkung bei ....) LFGB

Für unzulässige Angaben können hier nur Beispiele genannt weden die aufzeigen, was gemeint ist.

 

Marianne Kehres

Obfrau für Honig und Marktfragen, IVR

25.01.2015




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